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Metro Prag
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Die Prager Metro (tschechisch PraĆŸskĂ© metro) ist neben dem StraĂenbahn-, Oberleitungs- und Stadtbusnetz sowie den VorortzĂŒgen, der Esko (S-Bahn), der Seilbahn und den FĂ€hren ein integraler Bestandteil des öffentlichen Personennahverkehrs und wichtigstes Verkehrsmittel der tschechischen Hauptstadt Prag. Das U-Bahn-Netz ist nach dem sowjetischen U-Bahn-Modell mit drei Linien, die ein innerstĂ€dtisches Dreieck bilden, angelegt und existiert seit 1974. Die Metro wird durch die Aktiengesellschaft DopravnĂ podnik hlavnĂho mÄsta Prahy (Verkehrsbetrieb der Hauptstadt Prag) betrieben.
Contents
âą Liniennetz
⹠LinienverlÀufe
âą Stationen
âą Ansagen
âą Fahrgastzahlen
âą Fahrzeuge
âą Depot KaÄerov
âą Depot HostivaĆ
âą Depot ZliÄĂn
âą Geschichte
âą Realisierung
âą Linie A
âą Linie B
âą Linie C
âą Linie D
âą Linie E oder O
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Liniennetz
Das Prager Metrosystem hat eine LĂ€nge von 65,2 Kilometern, verfĂŒgt ĂŒber 61 Stationen (wobei drei davon auf jeweils zwei Linien liegen) und ist von 5 bis 24 Uhr in Betrieb. Die kĂŒrzeste Zugfolgezeit fĂŒr die Linien A und B betrĂ€gt in Spitzenzeiten 150 Sekunden, fĂŒr die Linie C 115 Sekunden (Stand 1. Februar 2008).
Prag hat insgesamt drei U-Bahn-Linien:
| Linie | Farbe | Strecke | Eröffnung | LÀnge | Stationen |
|---|---|---|---|---|---|
| A | GrĂŒn | Nemocnice Motol â Depo HostivaĆ | 1978 | 17,1 km | 17 |
| B | Gelb | ZliÄĂn â ÄernĂœ Most | 1985 | 25,7 km | 24 |
| C | Rot | LetĆany â HĂĄje | 1974 | 22,4 km | 20 |
| D | Blau | NĂĄmÄstĂ MĂru - Depo PĂsnice | 2031 | 0,0 km | (Voraussichtlich 10 im Jahr 2031) |
LinienverlÀufe
Linie A
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Hauptartikel
:
U-Bahn-Linie A (Prag)
Die Linie A fĂŒhrt ausgehend von dem Prager Stadtteil Motol (Station Nemocnice Motol) im Nordwesten der Stadt kontinuierlich in Richtung SĂŒdosten bis nach Depo HostivaĆ. Dabei passiert die Trasse die Stadtteile HradÄany (HradÄanskĂĄ) und die Kleinseite (tschechisch MalĂĄ Strana) mit den nach ihnen benannten Stationen HradÄanskĂĄ und MalostranskĂĄ, bevor unterhalb der MĂĄnesĆŻv most die Moldau untertunnelt wird; danach wird bereits mit dem Haltepunkt StaromÄstskĂĄ die Altstadt erreicht. AnschlieĂend wird der Wenzelsplatz mit den beiden Umstiegsbahnhöfen MĆŻstek und Muzeum unterfahren. Weiterhin sind die Stadtviertel Vinohrady und ĆœiĆŸkov mit den Stationen NĂĄmÄstĂ MĂru, JiĆĂho z PodÄbrad, Flora und ĆœelivskĂ©ho angebunden. Die Trassierung endet nach den letzten beiden, im Stadtteil StraĆĄnice liegenden, Haltepunkten StraĆĄnickĂĄ und Skalka unmittelbar in der Station Depo HostivaĆ, die sich im gleichnamigen Depot befindet.
Eine Erweiterung auf dem Abschnitt DejviceâNemocnice Motol wurde am 6. April 2015 eröffnet.cite-ref-1[1]
Linie B
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Hauptartikel
:
U-Bahn-Linie B (Prag)
Die lĂ€ngste aller drei Metrolinien fĂŒhrt in SĂŒdwest-Nordost-Richtung, dabei wird nahezu das gesamte Stadtgebiet durchfahren. Ausgehend von dem Gebiet von ZliÄĂn, das durch zahlreiche Neubaugebiete geprĂ€gt ist, erschlieĂt diese Metrolinie in östlicher Richtung mit den Bahnhöfen StodĆŻlky, Luka, LuĆŸiny, HĆŻrka und NovĂ© Butovice die Siedlungsschwerpunkte um StodĆŻlky im Westen der Stadt. Besonderheit des Streckenabschnitts zwischen LuĆŸiny und HĆŻrka ist der Gleisverlauf in einem oberirdischen Tubus. Danach sind der Reihe nach Jinonice (Station Jinonice) und Radlice mit dessen Station RadlickĂĄ durch die Metro mit den anderen Stadtteilen verbunden. Nach einem groĂen Bogen in Richtung Norden erreicht die Strecke SmĂchovskĂ© nĂĄdraĆŸĂ (Bahnhof SmĂchov, Umsteigestation zur Eisenbahn) und AndÄl. Die beiden im Stadtteil SmĂchov gelegenen Stationen bieten wichtige ĂbergĂ€nge zu zahlreichen StraĂenbahnlinien. Nach einem markanten Rechtsbogen untertunnelt die Metro die Moldau unterhalb der PalackĂ©ho most. Nach einem zweiten Bogen, an dessen Ende der StraĂenbahnknotenpunkt Karlovo nĂĄmÄstĂ am Karlsplatz steht, wird in nördlicher Richtung mit dem zweiten VerknĂŒpfungspunkt NĂĄrodnĂ tĆĂda die Neustadt unterfahren. Nun wird mit dem zentralen U-Bahn-Umsteigebahnhof MĆŻstek der Wenzelsplatz tangiert, bevor ĂŒber die Station NĂĄmÄstĂ Republiky unterhalb des gleichnamigen Platzes und Florenc, dem zweiten Umsteigepunkt innerhalb der U-Bahn unter dem Ort gleichen Namens, Umsteigemöglichkeiten zur StraĂenbahn geboten werden. Weiter fĂŒhrt die Strecke Richtung Nordosten, dadurch ist mit den Haltepunkten KĆiĆŸĂkova, Invalidovna und Palmovka der Stadtteil KarlĂn gut an das Metronetz angebunden. Nach der darauffolgenden Station ÄeskomoravskĂĄ werden die Tunnelanlagen östlich fortgefĂŒhrt; damit erschlieĂt die Linie B mit den weiteren Bahnhöfen VysoÄanskĂĄ und Kolbenova die bebauten Gebiete von VysoÄany. SchlieĂlich folgen die nach dem Stadtteil benannte Station HloubÄtĂn, danach RajskĂĄ zahrada, bevor mit dem Endpunkt ÄernĂœ Most die Strecke endet und dabei die Neubaugebiete im östlichsten Teil der Stadt erschlieĂt.
Die Station RajskĂĄ zahrada ist in Tschechien fĂŒr ihre architektonische Gestaltung zum âBau des Jahres 1999â erklĂ€rt worden. Die beiden Streckengleise verlaufen hier oberirdisch ĂŒbereinander.
Linie C
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Hauptartikel
:
U-Bahn-Linie C (Prag)
Beginnend mit den Haltestellen LetĆany, Prosek und StĆĂĆŸkov im nordöstlichen Stadtgebiet und ĂŒber die Metrostationen LĂĄdvĂ sowie Kobylisy fĂŒhren die Tunnel in einem groĂen Bogen ein erstes Mal unter die Moldau und verknĂŒpfen mit der Station NĂĄdraĆŸĂ HoleĆĄovice (Bahnhof HoleĆĄovice) das Metronetz mit dem Vorortbahnnetz der tschechischen Eisenbahn. Kurz nach der folgenden Station VltavskĂĄ unterquert die Strecke ein zweites Mal die Moldau und erreicht den Umsteigepunkt Florenc. Weiter im Stadtzentrum fĂŒhrt sie unter der innerstĂ€dtischen Nord-SĂŒd-SchnellstraĂe an die Station HlavnĂ nĂĄdraĆŸĂ (Hauptbahnhof), und anschlieĂend nach Muzeum. Mit dem weiteren Verlauf unter der benannten SchnellstraĂe gelangt die Strecke nach I. P. Pavlova in die Neustadt. Danach wird sie unterhalb der SchnellstraĂenbrĂŒcke NuselskĂœ most bis nach VyĆĄehrad zur gleichnamigen Station gefĂŒhrt, wobei auch Nusle damit gut bedient wird. Hier verlĂ€sst die Metrostrecke die SchnellstraĂe und erreicht in sĂŒdöstlicher Richtung ĂŒber die Stationen PraĆŸskĂ©ho povstĂĄnĂ, PankrĂĄc, BudÄjovickĂĄ und KaÄerov den gleichnamigen Stadtteil. Mit den letzten vier Stationen Roztyly, Chodov, Opatov und HĂĄje wird das gröĂte Wohngebiet der Tschechischen Republik im SĂŒden der Stadt versorgt, das in den 1970er Jahren entstand und mehr als 100.000 Menschen aufnimmt.
Vom im Sommer 2004 eröffneten U-Bahnhof LĂĄdvĂ der Linie C geht es seit dem 8. Mai 2008 ĂŒber die beiden Zwischenstationen StĆĂĆŸkov und Prosek weiter nordöstlich nach LetĆany. Die 4,6 Kilometer lange Strecke erschlieĂt die dicht bebauten Gebiete in Prosek, im Norden der Stadt. Damit ist die Linie C inzwischen 22,7 km lang; die Kosten fĂŒr den bergmĂ€nnisch erstellten Bauabschnitt IV.C2 betrugen insgesamt 620 Millionen Euro. Mit Inbetriebnahme wurde das Busnetz im Nordosten Prags komplett geĂ€ndert, mehr als 40 BuslinienverlĂ€ufe wurden den neuen Gegebenheiten angepasst.cite-ref-2[2]
Die drei neuen U-Bahn-Stationen verfĂŒgen ĂŒber einen barrierefreien Zugang. Alle drei Stationen besitzen neuartige Lichtstreifen aus LED, die auf die Sicherheitszone an der Bahnsteigkante hinweist. Am Bahnhof LetĆany wurde gemeinsam mit der Metro-Eröffnung ein groĂer Busbahnhof gebaut. Gleichzeitig soll ein groĂer Park+Ride-Parkplatz mit 687 StellplĂ€tzen Autofahrer motivieren, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen.
Linie D
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Hauptartikel
:
U-Bahn-Linie D (Prag)
Die Linie D der Prager Metro ist seit 2022 im Bau, sie soll einmal 10,5 km lang sein und von NĂĄmÄstĂ MĂru nach Depo PĂsnice fĂŒhren.
Stationen
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Hauptartikel
:
Liste der Stationen der Metro Prag
Die U-Bahn Prags ist ein âfreies Systemâ, bei dem sich an den EingĂ€ngen zur Metro keine Sperren oder Ă€hnliche Einrichtungen befinden. Anhand der Architektur und anderer stĂ€dtebaulicher Merkmale an den 61 Stationen der Prager Metro kann man die Entwicklung der Prager U-Bahn nachvollziehen. Die meisten sind mit Mittelbahnsteigen ausgestattet, einige haben Seitenbahnsteige. Eine Besonderheit ist der Bahnhof RajskĂĄ zahrada, dessen Seitenbahnsteige oberirdisch auf zwei Etagen verteilt sind. Die Tiefe ist recht unterschiedlich: WĂ€hrend viele Stationen auĂerhalb der Innenstadt direkt unter dem Erdboden liegen, befinden sich gerade in der Innenstadt viele Stationen sehr tief unter der OberflĂ€che. Ausnahmen davon sind die Stationen der Linie C, die in der Anfangszeit des Prager U-Bahn-Baus errichtet wurden und wegen der ursprĂŒnglichen Planung von U-StraĂenbahn-Strecken in einfacher Tiefenlage liegen. Die Station NĂĄmÄstĂ MĂru ist mit einer Tiefe von 53 Metern unter der ErdoberflĂ€che die tiefstgelegene Station des Netzes und damit zugleich der zweittiefstgelegene U-Bahnhof in der EuropĂ€ischen Union nach der Station El Coll | La Teixonera in Barcelona.
Einige Stationen der Prager U-Bahn liegen zwischen zwei markanten Orten, sind aber nach einem dieser Orte benannt. Die AusgĂ€nge an der OberflĂ€che können so teils fĂŒnf bis 10 Gehminuten auseinander liegen, weshalb es sich empfiehlt, auf den richtigen Ausgang der Station zu achten.
Eine herausragende Bedeutung haben die drei Transferstationen, in denen sich je zwei Linien kreuzen: Florenc, MĆŻstek und Muzeum. Die Transferwege zwischen den entsprechenden Linien sind deutlich gekennzeichnet und innerhalb von drei bis fĂŒnf Minuten zu bewĂ€ltigen. Viele Beschilderungen in den Stationen sind in den Kennfarben der befahrenen Linie gehalten.
Die Metrostationen haben eine recht unterschiedliche Ausgestaltung, zahlreiche verfĂŒgen ĂŒber keine nennenswerten kĂŒnstlerischen Elemente und sind mit Fliesen ausgelegt. In einigen Bahnhöfen wurde jedoch auch Marmor zur Verkleidung der Böden, WandflĂ€chen und SĂ€ulen verwendet. Die Ă€lteren Stationen der Linie A sind oftmals mit architektonischen Elementen aus den 1970er Jahren gestaltet, darunter in verschiedenen Farbtönen gehaltene, leicht konvex oder konkav gewölbte oder flache Glas- und Aluminiumfliesen (im Volksmund auch âprsa a antiprsaâ,cite-ref-3[3] âBusen und Antibusenâ genannt). Durch diese unterschiedliche Farb- und Formgestaltung der Elemente kann jeder Bahnhof eine individuelle Ausgestaltung vorweisen. Stationen neueren Datums sind moderner und funktioneller gehalten. Es wird auĂerdem versucht, natĂŒrliches Licht bis auf die Bahnsteige durchfallen zu lassen.
Ansagen
Vor dem SchlieĂen der TĂŒren ist in den Wagen eine automatische Ansage zu hören, die frĂŒher auf Compactcassette aufgezeichnet war und heute digital gespeichert ist: âUkonÄete prosĂm vĂœstup a nĂĄstup, dveĆe se zavĂrajĂ.â (Beenden Sie bitte das Aus- und Einsteigen, die TĂŒren schlieĂen.) Die Ansage auf der Linie A stammt seit ĂŒber 30 Jahrencite-ref-4[4] von derselben Rundfunk-Mitarbeiterin SvÄtlana LavĂÄkovĂĄ und ist inzwischen fĂŒr die Metro Prag genauso charakteristisch wie das Mind the gap in der London Underground. Auf der Linie B werden die Stationen von der TV-Moderatorin Eva JurinovĂĄ und vom Rundfunkmoderator TomĂĄĆĄ ÄernĂœ auf der Linie C angesagt.
Fahrgastzahlen
Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2008
Die Metro hat in ihrer dreiĂigjĂ€hrigen Geschichte mehr als 10 Milliarden FahrgĂ€ste befördert. Sie bewĂ€ltigt heute mit mehr als einer Million FahrgĂ€sten tĂ€glich rund 40 Prozent des Transportaufkommens der Stadt. Bis 1992 konnte die Metro eine kontinuierliche Steigerung der jĂ€hrlichen Fahrgastzahlen verzeichnen. In jenem Jahr hatte sie ihren Rekord von rund 630 Millionen beförderten GĂ€sten erreicht. Danach fielen die Zahlen stark, es wurde 1996 ein Absinken um mehr als 200 Millionen FahrgĂ€ste gegenĂŒber 1992 verzeichnet, bis sich im Jahr 1997 der Trend wieder zu Gunsten der Metro verbesserte. Seitdem stiegen die Fahrgastzahlen wieder bis zum Jahr 2008.
Fahrzeuge
Im Netz der Metro Prag wurden bisher vier Wagenbauarten eingesetzt. Die Fahrstromversorgung erfolgt durch seitliche, von unten bestrichene Stromschienen. Sie werden mit Gleichspannung versorgt, ihr Nennwert betrÀgt 750 Volt.
Ć koda 81-71M (seit 1996)
Die bei ihrer Entstehung technisch veraltete Wagengeneration 81-717.1/81-714.1 aus der Sowjetunion wurde ab 1996 durch Ć koda Transportation a.s. PlzeĆ modernisiert, die neue Bezeichnung dieser Wagenbaureihe lautet 81-71M. Der Beschluss fĂŒr diese MaĂnahme erfolgte aus KostengrĂŒnden. Die Nutzung der bisherigen WagenkĂ€sten war deutlich kostengĂŒnstiger als eine Neubeschaffung, wobei fĂŒr die Linie C Neufahrzeuge (M1) beschafft wurden und die Haushaltslage damit bereits angespannt war.
Die augenscheinlichste VerĂ€nderung betrifft die Lackierung: die WagenkĂ€sten und die TĂŒren wurden in den Farben Dunkelgrau, Rot und Grau umlackiert. Auch wurden die Frontscheiben stark dem neuen Design angepasst. Die Modernisierung umfasste aber insbesondere eine technische Ăberholung. Die WagenkĂ€sten wurden vollstĂ€ndig entkernt. Verbaut wurde eine zeitgemĂ€Ăe Steuerung, Motoren, FĂŒhrerstĂ€nde und Fahrgasteinrichtung.
Derzeit wird die Baureihe auf den Linien A und B eingesetzt.cite-ref-10[10]
Langfristig sollen diese Fahrzeuge ersetzt werden durch den Einsatz der M1-ZĂŒge von der Linie C. Diese soll auf fĂŒhrerlosen Fahrbetrieb umgerĂŒstet werden und Neufahrzeuge erhalten.
ÄKD/Siemens M1/M1D (seit 1998)
Die vierte und neueste Wagengeneration besteht aus Fahrzeugen der Baureihe M1. Sie wurden von einem Konsortium von ÄKD DopravnĂ systĂ©my, Siemens und Adtranz entwickelt und zunĂ€chst durch ÄKD gebaut. Das erste Triebzug wurde 1998 vorgestellt. 2001 ĂŒbernahm Siemens das Unternehmen ÄKD und damit die Fertigung dieser Einheiten. Die Farbgebung der fĂŒnfteiligen ZĂŒge wurde leicht zu Gunsten eines hellgrauen Tons modifiziert. Vorteil der Baureihe M1 gegenĂŒber dem VorgĂ€ngerbauarten ist die wesentlich geringere Masse, was die Statik der Nusle-BrĂŒcke im Nusle-Tal schont. Auch die Nutzung von effizienten Asynchronmotoren senkt bei den Einheiten des Typs M1D den Energieverbrauch zusĂ€tzlich. Derzeit sind die ZĂŒge hauptsĂ€chlich auf der Linie C im Einsatz, allerdings ist nach der geplanten Umstellung dieser Linie auf fahrerlosen Betrieb der Einsatz auf den Linien A und B vorgesehen.
ZukĂŒnftige Fahrzeuge
FĂŒr den Einsatz auf der Linie D ist die Beschaffung einer neuen Baureihe vorgesehen. Die ZĂŒge sollen ca. 100 Meter lang sein, aus jeweils fĂŒnf Wagen bestehen und fĂŒr den auf der Linie D vorgesehenen fahrerlosen Betrieb nach GoA 4 ausgerĂŒstet sein.cite-ref-praguebest-11-0[11] Im Januar 2024 wurde die Lieferung von insgesamt 69 ZĂŒgen und des entsprechenden Zugbeeinflussungssystems mit einem Gesamtwert von rund 86 Mrd. KÄ (umgerechnet ca. 3,4 Mrd. âŹ) ausgeschrieben. Die ersten ZĂŒge sollen bis 2027 bzw. 2028 fertiggestellt sein, wobei insgesamt 53 ZĂŒge fĂŒr die Linie C und 16 ZĂŒge fĂŒr die Linie D vorgesehen sind.cite-ref-12[12]cite-ref-13[13]
Historische Fahrzeuge
Metrowagonmasch EÄs (1974â1997)
Die zuerst eingesetzten Triebwagen entsprachen dem sowjetischen Typ E. Mit der Anpassung an Prager VerhĂ€ltnisse erhielten sie die Typenbezeichnung EÄs. Sie wurden in der Waggonfabrik Metrowagonmasch bei Moskau hergestellt und in den Jahren 1974 bis 1977 ausgeliefert. Die Konstruktion wurde auf ein hohes Fassungsvermögen und schnellen Fahrgastwechsel ausgelegt. Auf jeder Wagenseite gibt es vier vom TriebwagenfĂŒhrer zentral betĂ€tigte zweiflĂŒgelige TaschenschiebetĂŒren. Der Sitzplatzanteil ist vergleichsweise gering, es gibt ausschlieĂlich LĂ€ngsbĂ€nke an den SeitenwĂ€nden. Die Beleuchtung erfolgt durch GlĂŒhlampen. Jeder Wagen ist mit einem FĂŒhrerstand ausgerĂŒstet und einzeln fahrbar. Die kĂŒrzeste im Regelbetrieb einsetzbare Zugeinheit besteht aus zwei Wagen. Ein Wagen ist 18,81 Meter lang und 2,712 Meter breit. Um ZĂŒge auch evakuieren zu können, wenn sie an Engstellen zum Stehen kommen, gibt es an den Wagenenden zusĂ€tzliche TĂŒren. Die zugelassene Höchstgeschwindigkeit betrĂ€gt 80 km/h, möglich sind aber auch 90 km/h. Bis 1997 waren noch Fahrzeuge dieses Typs im Einsatz, bevor sie aus dem Regelbetrieb genommen und teilweise in Museen ĂŒberfĂŒhrt wurden bzw. als historische Wagen im Depot der Prager Verkehrsbetriebe stehen.
Metrowagonmasch 81-717.1/81-714.1 (1978â2009)
Bis 2009 existierten noch Wagen der zweiten Generation 81-717.1/81-714.1, die zwischen 1978 und 1990 in Betrieb genommen wurden. ĂuĂerlich fallen die geĂ€nderten FĂŒhrerstandsfronten auf. Nur die Endwagen 81-717.1 verfĂŒgen ĂŒber einen FĂŒhrerstand, die Mittelwagen 81-714.1 dagegen nicht. Damit bieten die ZĂŒge ein höheres Fassungsvermögen. Trotzdem sind alle Wagen Triebwagen. Die Inneneinrichtung Ă€hnelt der VorgĂ€ngerbauart, durch die AusrĂŒstung mit Leuchtstoffröhren wirken sie deutlich heller. Dieser Wagentyp ist â in anderer Farbgebung â auch in Metronetzen in StĂ€dten ehemals sozialistischer LĂ€nder wie Budapest oder Warschau anzutreffen. Hersteller war ebenfalls Metrowagonmasch. Auffallend ist die Prager Variante dieses Typs mit roten TĂŒren und einem gelben Streifen unterhalb der Fensterscheiben, da der ĂŒbrige Wagenkasten in einem grauen Farbton gestaltet ist. Die AuĂenmaĂe haben sich gegenĂŒber dem Wagentyp EÄs nicht verĂ€ndert, auch erhielt er die gleiche Höchstgeschwindigkeit.
Fahrzeugdepots und WerkstÀtten
Das U-Bahn-System Prags hat drei Fahrzeugdepots, die jeweils einer Linie zugeordnet sind, und darĂŒber hinaus eine Reparaturwerkstatt.
Depot KaÄerov
Das Depot KaÄerov wurde am 9. Mai 1974 eröffnet und ist damit das erste des Systems. Dieser Betriebshof ist der Linie C zugeordnet, war jedoch zeitweise auch fĂŒr die anderen beiden Linien zustĂ€ndig. Er befindet sich zwischen den beiden Stationen KaÄerov und Roztyly, da das Liniennetz zum Zeitpunkt der Eröffnung lediglich bis KaÄerov reichte, spĂ€ter aber verlĂ€ngert wurde. So entstand nach der Station KaÄerov in Richtung HĂĄje eine Rampe, die zwischen beiden Gleisen liegt und an die OberflĂ€che fĂŒhrt. Vor der Eröffnung des Depots existierte bereits seit dem 1. Mai 1971 eine Versuchsstrecke direkt am Betriebshof, die das U-Bahn-System mit dem Eisenbahnnetz der ÄeskĂ© drĂĄhy (ÄD, ehemals ÄSD) verbindet. Das offizielle KĂŒrzel zur Bezeichnung des Betriebshofes lautet DK.
Depot HostivaĆ
Das Depot HostivaĆ an der Endstation der Linie A ist Betriebshof dieser Linie. Es wurde am 17. Oktober 1985 eröffnet. Dabei fĂŒhren zwei Gleise von der Station Skalka aus ins Freie und verbinden somit das Depot mit der Strecke. Die Kurzbezeichnung des Betriebshofes lautet DH. Hier befindet sich auch die einzige Reparaturwerkstatt des Metrosystems, die am 1. Juli 1993 in Betrieb genommen wurde. Sie wird mit der AbkĂŒrzung OZM, stehend fĂŒr OpravĂĄrenskĂĄ zĂĄkladna metra (Reparaturwerkstatt der Metro), benannt. Auch sind diese beiden GelĂ€nde ĂŒber eine Teststrecke mit dem Eisenbahnnetz der ÄeskĂ© drĂĄhy (ÄD) verbunden. UrsprĂŒnglich gab es zwei Gleisverbindungen von der Station StraĆĄnicka aus, getrennt fĂŒr Betriebshof und Werkstatt. Am 4. Juli 1990 wurde die Station Skalka, die sich genau in der Mitte beider Gleisverbindungen befindet, eröffnet. Damit wurde ein Teil der Gleisverbindungen nachtrĂ€glich zum Normalbetrieb umfunktioniert. Seit 2006 gibt es inmitten des Wagenparks die Station Depo HostivaĆ mit der Besonderheit, dass die Trasse der Linie A direkt in der Station mit Stumpfgleisen endet.
Depot ZliÄĂn
Das am 11. November 1994 neueröffnete Depot ZliÄĂn ist der Linie B zugeordnet und befindet sich westlich der gleichnamigen Station. Sie besteht genau genommen aus drei nacheinander eröffneten Teilen. Dabei konnte am 10. Juli 2000 ein zweiter Teil in Betrieb gesetzt werden, seit dem 27. Juni 2001 wird auch ein dritter Teil benutzt. Seit dem 14. Januar 1999 existiert eine Gleisverbindung zwischen diesem Depot und dem Eisenbahnnetz der ÄeskĂ© drĂĄhy (ÄD) als auch zur Siemens DT, die mit der Ăbernahme von ÄKD Fahrzeuge der Prager StraĂenbahn unterhĂ€lt.
Ăbergangsrampen zwischen den Linien
Zwischen den Linien A und C sowie B und C existieren Ăbergangsrampen, da in der Anfangszeit nur ein Depot fĂŒr alle ZĂŒge zur VerfĂŒgung stand. Vor der Station I.P. Pavlova fĂŒhren zwei nach seitlich auĂen fĂŒhrende Einzelrampen zur Station NĂĄmÄstĂ mĂru. Am Ăbergangsbahnhof Florenc fĂŒhrt eine Mittelrampe die ZĂŒge zwischen den beiden Ebenen der Linien B und C.
Geschichte
Ideen und erste AnsÀtze
Die Idee der Errichtung einer Untergrundbahn in Prag kam zum ersten Mal 1898 auf. Ladislav Rott, ein bekannter EisenwarenhĂ€ndler der Stadt, schlug damals dem Stadtrat der königlichen Hauptstadt Prag vor: âIch erlaube mir, Sie darauf aufmerksam zu machen, dass es nun, da gerade die Assanierung verlĂ€uft, mit nur geringem finanziellem Aufwand möglich wĂ€re, eine unterirdische Bahn zu errichten. Denn bei den verlaufenden Arbeiten an der Kanalisation werden die verschiedensten GrĂ€ben in der ganzen Stadt gegraben und so wĂ€ren die Kosten dieser Bahn nur mĂ€Ăig.â Seit 1863 gab es bereits die Underground in London, seit 1896 die Földalatti in Budapest. Und als Ladislav Rott die Untergrundbahn fĂŒr Prag vorschlug, baute man eine solche gerade in Berlin und Paris. Die Assanierung sowie die Errichtung einer neuen Kanalisation wurden durchgefĂŒhrt, die Untergrundbahn jedoch wurde nicht realisiert.
Nach der GrĂŒndung der Tschechoslowakei im Jahre 1918 wurde erneut von einigen eine Untergrundbahn fĂŒr die Hauptstadt des neuen Staates in Betracht gezogen. 1926 erlĂ€uterte der Ingenieur JiĆĂ Hrusa seine Vorstellung hinsichtlich einer eventuellen StreckenfĂŒhrung einer solchen unterirdischen Bahn, die der heutigen recht nahekam. Zudem hatte der Ingenieur genaue Vorstellungen ĂŒber die Bewegungsströme in den zu errichtenden Stationen. Er erklĂ€rte: âIn jeder Untergrundstation werden drei Bahnsteige sein, die parallel zueinander liegen. Die zwei Ă€uĂeren sind fĂŒr den Einstieg, der innere fĂŒr den Ausstieg. Wenn also ein Zug in die Station einfĂ€hrt, befinden sich auf beiden Seiten Bahnsteige â die TĂŒren öffnen sich auf beiden Seiten, und die FahrgĂ€ste steigen nach rechts auf den Bahnsteig aus, zugleich steigen links neue FahrgĂ€ste ein.â Diese als Spanische Lösung bekannte Trennung der Ein- und Ausstiegsströme in den U-Bahn-Stationen wurde jedoch nicht umgesetzt.
Ende 1926 stellten die beiden Ingenieure VladimĂr List und Bohumil Belada ihre Variante der U-Bahn in Prag vor. Dieser bekannteste Entwurf wurde in einer Studie unter dem Namen âUnterirdische Schnellbahn fĂŒr Pragâ veröffentlicht. RĂŒckblickend sprach 1935 Vladimir List in einer Rundfunkaufnahme: âVor acht Jahren habe ich gemeinsam mit Ingenieur Belada der Stadt Prag unser Projekt einer Untergrundbahn gewidmet. Auch wenn man uns wie Fantasten anstarrte, weckten wir einiges Interesse. Die Elektrischen Betriebe schrieben fĂŒr April 1931 einen öffentlichen Wettbewerb zur Lösung der gegenwĂ€rtigen Prager Verkehrsprobleme aus. Seitdem hat sich die Verkehrssituation in Prag durch die stĂ€ndige Zunahme an Automobilen noch verschlechtert. Heute gibt es in Prag 27.000 Automobile, gegenĂŒber 22.000, als der Wettbewerb ausgeschrieben wurde. Die Automobile verstopfen die Prager StraĂen so sehr, dass selbst der zustĂ€ndige Polizeirat öffentlich auf die Gefahr einer Verkehrskatastrophe hinweist und sich fĂŒr den Bau einer Untergrundbahn ausspricht.â
Im April 1931 fand ein öffentlicher Wettbewerb zur Lösung der Verkehrsprobleme statt, woraus auch drei Sieger hervorgingen. Deren PlĂ€ne wurden dann jedoch nicht umgesetzt. Die EntwĂŒrfe der Metro entsprachen etwa der heutigen Linienkonzeption mit drei Linien, doch hatten sie alle eine kombinierte Lösung aus ober- und unterirdischer Trasse als Grundlage, da die Berliner U-Bahn mit dieser Lösung als Vorbild der Konzeptionen stand.
Vergebliches Warten auf den Baubeginn
Zu Beginn des Jahres 1939 waren die Betreiber der Prager StraĂenbahnen bereit, die Verkehrsprobleme in der Stadt zu lösen. Dadurch standen detailliert ausgearbeitete U-Bahn-PlĂ€ne kurz vor der Verwirklichung. Sogar die Okkupation der Böhmischen LĂ€nder durch das nationalsozialistische Deutschland und die Errichtung des Protektorats Böhmen und MĂ€hren im MĂ€rz 1939 stoppten die ausgereiften PlĂ€ne nicht, die bereits Stationszeichnungen, FahrzeugentwĂŒrfe und Probebohrungen beinhalteten, die Linie A erreichte sogar das Stadium eines DurchfĂŒhrungsprojektes. Jedoch wartete man letztendlich vergeblich auf den entscheidenden Baustart, da die Arbeiten im Juni 1941 vorlĂ€ufig eingestellt wurden. Im Mai 1943 wurde, bedingt durch den folgenden Verlauf des Zweiten Weltkrieges, das U-Bahn-Projekt endgĂŒltig verworfen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sollten die Arbeiten laut Presse nun doch wieder aufgenommen werden. Jedoch war die MachtĂŒbernahme durch die Kommunisten im Februar 1948 ein weiteres Hindernis fĂŒr den Bau des unterirdischen Bahnnetzes. Die tschechoslowakische Regierung entschied sich einerseits auf Grund der hohen Kosten als auch wohl aus ideologischen GrĂŒnden gegen die Umsetzung der PlĂ€ne aus der Vorkriegszeit.
Realisierung
In den 1960er Jahren nahmen die innerstĂ€dtischen Verkehrsströme weiter stark zu, die StraĂenbahnzĂŒge standen oftmals im Stau oder hatten technische MĂ€ngel. Die Zeit fĂŒr eine Lösung fĂŒr den Individualverkehr und den ĂPNV war knapp, es musste nun endlich eine schnelle, effiziente und vor allem entlastende Verkehrsader fĂŒr die Stadt geschaffen werden. Endlich beschloss die tschechoslowakische Regierung, eine SchnellstraĂenbahn zu errichten, die im Stadtzentrum im Tunnel, aber auĂerhalb wieder an der OberflĂ€che verlaufen sollte. Die Projektierung und Umsetzung wurde mit Hilfe der UdSSR durchgefĂŒhrt. FĂŒr die Linie A wurden aus der UdSSR 43.000 Tonnen EisentĂŒbbings, 21 Rolltreppen und viele andere Elemente geliefert. Die Kenner der Moskauer Metro erkennen sofort Ăhnlichkeiten in den Details.
Die Prager Abendzeitung VeÄernĂ Praha verkĂŒndete am 7. Januar 1966 wie folgt: âEin historischer Augenblick fĂŒr den Prager Verkehr: der Bau einer unterirdischen StraĂenbahn hat begonnen. Heute um 14 Uhr erfolgte der erste Spatenstich fĂŒr die Untergrundbahn.â
Es erfolgte die Verlegung der ersten Ingenieurnetze in der Opletalova ulice fĂŒr den ersten Tunnelabschnitt der StraĂenbahn. Ein paar Monate spĂ€ter wurde ein tschechoslowakisch-sowjetischer Kooperationsvertrag geschlossen; die Stadt wandelte sich zu einer GroĂbaustelle. Viele StraĂen waren aufgerissen, HĂ€user mussten abgerissen werden, der Prachtboulevard Wenzelsplatz war verkehrstechnisch nicht mehr zu nutzen, hĂ€ufig auch nicht begehbar. Die FuĂwege wurden teilweise durch geöffnete Erdgeschossbereiche der Wohnbauten gelegt. Diese Methode der offenen Bauweise, auch unter dem Namen cut and cover bekannt, bei der StraĂen aufgerissen und die Gleisanlagen direkt unter der StraĂe verlegt werden, wurde beim U-Bahn-Bau der ersten Abschnitte des Netzes angewandt, da man in Prag bis dahin noch keine Erfahrungen auf dem Gebiet des Tunnelbaus hatte. Daher liegen die Stationen der Linie C oftmals nicht so tief wie die der anderen beiden Linien, die durch Bohrungen mit Schildvortriebmaschinen entstanden.
Am 9. August 1967 kam die Wende; die Regierung beschloss nun den Bau einer vollwertigen U-Bahn, die nur unterirdisch verlaufen sollte. Alle ursprĂŒnglichen PlĂ€ne einer Kombilösung mit der StraĂenbahn wurden verworfen. Dabei musste man viel improvisieren â einige Stationen waren offensichtlich fĂŒr die StraĂenbahn ausgelegt. So gibt es heute auf der Station HlavnĂ nĂĄdraĆŸĂ (Hauptbahnhof) nur â insbesondere fĂŒr Ortsfremde â unpraktische Seitenbahnsteige, die groĂe Raumhöhe war fĂŒr die Unterbringung der Oberleitung ausgelegt.
Das erste TeilstĂŒck des neuen Verkehrsmittels in der Stadt war eine 6,6 Kilometer lange Teilstrecke der Linie C zwischen SokolovskĂĄ (heute Florenc) und KaÄerov und wurde am 9. Mai 1974 freigegeben (Jahrestag der Befreiung von Prag durch die Rote Armee). Bei den Eröffnungsfeiern betonte man die internationale Politik, die Zusammenarbeit der sozialistischen LĂ€nder und vor allem die tschechoslowakisch-sowjetische Freundschaft. Angebliche Versuche der Regierungsgegner vom Prager FrĂŒhling, das Projekt zu stoppen, wurden verurteilt.
Diese erste Linie wurde zum 7. November 1980 bis HĂĄje und zum 3. November 1984 bis Bahnhof HoleĆĄovice (NĂĄdraĆŸĂ HoleĆĄovice) ausgebaut. Damit war die Unterquerung der Moldau fertiggestellt. Am 26. Juni 2004 wurde ein weiteres TeilstĂŒck der Linie C eröffnet. So wird jetzt die Moldau zweimal unterfahren. Die Linie C hat seit der letzten VerlĂ€ngerung nach LetĆany im Mai 2008 eine LĂ€nge von 22,4 Kilometern.
Am 12. August 1978 erfolgte die Eröffnung einer zweiten Linie, der Linie A zwischen NĂĄmÄstĂ MĂru und DejvickĂĄ. Nach drei Erweiterungen fĂŒhrte sie ab dem 4. Juli 1990 bis zur damaligen Endstation Skalka. Die Haltestellen HradÄanskĂĄ und StaromÄstskĂĄ wurden 1997 und 1998 erneuert. Im Sommer 2006 wurde die Linie bis ins Depo HostivaĆ gefĂŒhrt. Seit dem 6. April 2015 hat die Strecke eine LĂ€nge von 17,1 Kilometern. An dem Tag wurde die Linie bis zur neuen Station Nemocnice Motol verlĂ€ngert.
Die Linie B, die als neueste Linie am 2. November 1985 zwischen Florenc und SmĂchovskĂ© nĂĄdraĆŸĂ eröffnet wurde, vervollstĂ€ndigte das innerstĂ€dtische Dreieck. Am 11. November 1994 wurde diese Linie bis zur Endstation ZliÄĂn erweitert. Bis zum 8. November 1998 wurde die Strecke bis ÄernĂœ Most fertiggestellt. Nach der Eröffnung der Stationen HloubÄtĂn und Kolbenova in den Jahren 1998 und 1999 wurde die Linie nicht weiter verlĂ€ngert. Die Linie B ist mit 25,5 Kilometern die lĂ€ngste Strecke.
Am 22. Februar 1990 benannte man einige Stationen, deren bisherige Namen einen zu starken Bezug auf den Sozialismus nahmen, um. Dabei handelt es sich um folgende U-Bahn-Stationen:
Die Jahrhundertflut von 2002
Von dem Hochwasser vom August 2002 an Moldau und Elbe war auch Prag, besonders aber die U-Bahn der Stadt betroffen. GröĂere Teile des Netzes, darunter mindestens 17 Stationen, wurden beschĂ€digt. Dabei ist jede der drei Linien in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Auswirkungen des Hochwassers auf die U-Bahn stellten damit die höchsten SchĂ€den am Eigentum der Stadt Prag dar. Dabei handelte es sich nicht nur um moldaunahe Stationen; die Wassermassen drangen teilweise durch die Tunnel zu weit vom Fluss entfernten Stellen vor. Von allen Linien war die ĂŒber weite Strecken moldaunahe Linie B am stĂ€rksten betroffen. An zwei Punkten des Netzes wurden WĂ€nde durch das Wasser eingedrĂŒckt. Dabei kamen Spekulationen auf, dass die Stadt Prag den Betrieb der U-Bahn zu lange aufrechterhalten haben soll und SicherheitstĂŒren, die zur erheblichen Verminderung der SchĂ€den beigetragen hĂ€tten, zu spĂ€t geschlossen wurden.
Das Hochwasser bedeutete fĂŒr einen Zeitraum von mehreren Monaten eine Ausnahmesituation, da vor allem die Stationen in der Innenstadt nicht mehr betrieben werden konnten. Dies hatte zur Folge, dass der Nahverkehr somit hauptsĂ€chlich mit Bussen und StraĂenbahnzĂŒgen bewĂ€ltigt werden musste, was insbesondere wĂ€hrend der Hauptverkehrszeit tĂ€glich zu ĂŒberfĂŒllten Transportmitteln fĂŒhrte. Das U-Bahn-Netz und deren Stationen wurden folglich schrittweise wieder in Betrieb gesetzt. Hierbei mussten sĂ€mtliche elektrische Einrichtungen und Kabel erneuert werden. Eine komplizierte Aufgabe war auch die Reparatur der beschĂ€digten Rolltreppen.
Rund zweieinhalb Monate nach der Flut konnten die ersten Stationen eröffnet und ein Teilbetrieb ermöglicht werden. Dabei war die Eröffnung der Stationen Muzeum, HlavnĂ nĂĄdraĆŸĂ und Florenc der Linie C in der Innenstadt im Oktober 2002 ein erster wichtiger Schritt. Am 18. November 2002, noch vor dem NATO-Gipfel in der Stadt, wurde die Linie C wieder vollstĂ€ndig in Betrieb gesetzt, was erste Entlastungen der anderen öffentlichen VerkehrstrĂ€ger mit sich brachte. Ab 9. Dezember wurden auch die Stationen AndÄl und Karlovo nĂĄmÄstĂ erneut bedient. Am 21. Dezember wurde die Linie A, die bis dahin von Skalka nur bis zur Station Muzeum verkehrte, bis zu ihrer ursprĂŒnglichen Endstation DejvickĂĄ verlĂ€ngert. Somit wurde diese Strecke zwar wieder durchgĂ€ngig befahren, doch die beiden Bahnhöfe MalostranskĂĄ und StaromÄstskĂĄ, welche links und rechts der Moldau in UfernĂ€he liegen, wurden vorerst noch ohne Halt passiert, da die Reparatur der dortigen Rolltreppen nicht abgeschlossen war.
Bei der Linie B dauerten diese Arbeiten am lĂ€ngsten. Hier fuhren die ZĂŒge erst Ende Januar 2003 wieder durchgĂ€ngig zwischen ÄernĂœ most und ZliÄĂn, wobei zunĂ€chst die Stationen NĂĄrodnĂ tĆĂda, NĂĄmÄstĂ Republiky, KĆiĆŸĂkova und Invalidovna noch geschlossen blieben. Erst ab dem 30. MĂ€rz 2003 wurden wieder ausnahmslos alle Stationen betrieben. Der durch das Hochwasser verursachte Schaden wurde zunĂ€chst auf rund sechs Milliarden Tschechische Kronen geschĂ€tzt, nach dem Abschluss der Arbeiten jedoch auf 6,9 Milliarden Kronen (rund 230 Millionen Euro) beziffert. Dabei finanzierte die Tschechische Republik 2,8 Milliarden Kronen, 2,4 Milliarden Kronen betrug ein Kredit der EuropĂ€ischen Investitionsbank, eine Milliarde Kronen wurden von Versicherungen erstattet und 700 Millionen Kronen wurden aus Eigenmitteln der Prager Verkehrsbetriebe erbracht.
Neue Streckenprojekte
Linie A
â
Hauptartikel
:
Erweiterung der Prager U-Bahn-Linie A
In den 2010er Jahren war geplant, die Linie A von der Station DejvickĂĄ ĂŒber Nemocnice Motol bis zum Flughafen (LetiĆĄtÄ VĂĄclava Havla Praha) zu verlĂ€ngern. Der erste Abschnitt ging am 6. April 2015 in Betrieb.cite-ref-15[15] Statt einer VerlĂ€ngerung der Linie A war zunĂ€chst als schnellere und gĂŒnstigere Alternative eine S-Bahn-Verbindung zum Flughafen geplant.cite-ref-16[16]cite-ref-17[17] Eine VerlĂ€ngerung bis zum Flughafen war im Stadtentwicklungsplan im Jahr 2019 nicht mehr enthalten.cite-ref-iprpraha2019-18-0[18] Stattdessen soll bis zum Jahr 2029 die Bahnstrecke PrahaâChomutov ausgebaut und mit einer Zweigstrecke zum Flughafen versehen werden.cite-ref-19[19]
Im Jahr 2022 wurde entschieden, dass die Buslinie 119, welche von der Metrostation NĂĄdraĆŸĂ VeleslavĂn zum Flughafen fĂ€hrt, durch Oberleitungsbusse ersetzt wird. Im ersten Quartal des Jahres 2022 wurde bereits die Baugenehmigung fĂŒr die Oberleitungen erteilt und wurde auch ĂŒber den Kauf der O-Busse entschieden.cite-ref-20[20]
Linie B
Mit dem Bau des Stadtteils ZĂĄpadnĂ MÄsto wurde ein zwei Kilometer langer Abzweig dorthin ab der Station StodĆŻlky angedacht.cite-ref-21[21]cite-ref-22[22] Diese Idee war im Stadtentwicklungsplan im Jahr 2019 nicht mehr enthalten.cite-ref-iprpraha2019-18-1[18] Zur neuen Linie D könnte spĂ€ter eine Umstiegsmöglichkeit in NĂĄmÄstĂ Republiky oder VysoÄanskĂĄ entstehen.
Linie C
Linie D
| Linie D | Linie D |
|---|---|
| | |
Seit Anfang der 2020er Jahre werden die Planungen der Linie D stark vorangetrieben. Der Bau der ersten Phase zwischen Olbrachtova und PankrĂĄc, wo ein Umstieg zur Linie C möglich sein wĂŒrde, sollte 2021 beginnen und ist (Stand September 2022) sĂŒdlich der Station PankrĂĄc im Gange. Die Fertigstellung dieses Abschnitts ist fĂŒr das Jahr 2023 angedacht. Daraufhin soll in der zweiten Bauphase (bis 2029) diese Linie nordwĂ€rts zum NĂĄmÄstĂ MĂru (Friedensplatz) und sĂŒdwĂ€rts zum Depo PĂsnice verlĂ€ngert werden. Mit der neuen Strecke erhalten weitere sĂŒdlich gelegene Stadtteile einen Anschluss ans Metronetz, gleichzeitig soll die an ihre KapazitĂ€tsgrenzen stoĂende Linie C entlastet werden. Die ersten beiden Phasen sollen zusammen ĂŒber 73 Milliarden Kronen kosten.cite-ref-25[25]
Langfristig soll die Linie D vom NĂĄmÄstĂ MĂru Richtung Norden verlĂ€ngert werden. Entweder man verlĂ€ngert die Linie weiter ins Stadtzentrum zum NĂĄmÄstĂ Republiky (Platz der Republik), wo ein Umstieg zur Linie B ermöglicht werden soll, oder weiter in Richtung Nordosten bis zur Station VysoÄanskĂĄ (Umstieg zur Linie B), um den Stadtteil ĆœiĆŸkov besser anzubinden. In beiden Varianten ist eine Anbindung des Prager Hauptbahnhofs mit einer weiteren Umsteigemöglichkeit zur Linie C sowie zur Esko angedacht. Letztere Variante hat den Nachteil, dass die geplante Umsteigestation zur Linie B sehr weit auĂerhalb der Innenstadt liegen wĂŒrde.cite-ref-26[26]
AuĂerdem wird die Möglichkeit offengehalten, ab der Station NovĂ© Dvory eine Zweigstrecke Richtung SĂŒdwesten in den Stadtteil ModĆany fĂŒhren zu lassen.cite-ref-27[27]
Es ist vorgesehen, die Strecke mit CBTC auszurĂŒsten und als erste Linie des U-Bahnnetzes mit fahrerlosen ZĂŒgen zu betreiben, wofĂŒr die Stationen an der Strecke mit BahnsteigtĂŒren ausgestattet werden sollen.cite-ref-praguebest-11-1[11]
Linie E oder O
Literatur
âą Walter J. Hinkel, Karl Treiber, Gerhard Valenta, Helmut Liebsch: U-Bahnen â gestern-heute-morgen â von 1863 bis 2010. Schmid, Wien 2004, ISBN 978-3-900607-44-9
âą Hans-Werner Schleife u. a.: Metros der Welt. Transpress, Berlin 1985, ISBN 3-344-70715-9
âą Pavel AdĂĄmek, FrantiĆĄek ProĆĄek: Slang praĆŸskĂœch dopravĂĄkĆŻ. DopravnĂ Podnik hl. m. Prahy, 2001, ISBN 978-80-238-8071-7.
âą Eduard Ć koda: PraĆŸskĂœ chodec v Metru. MladĂĄ Fronta, Praha 2006, ISBN 80-204-1412-6
Weblinks
Commons
: Metro Prag
â Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
âą Website der Prager Verkehrsbetriebe (deutsch, tschechisch und englisch)
âą Beschreibung der Prager Metro (englisch)
âą Metro Prag â UrbanRail (englisch)
âą Private Seite zur Prager Metro (tschechisch und englisch)
âą Bilder der Metro in Prag (deutsch und englisch)
Einzelnachweise
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cite-note-vs-51. t/http://www.dpp.cz/download-file/3240/VZ2009A.pdf DopravnĂ podnik hlavnĂho mÄsta Prahy - VĂœroÄnĂ zprĂĄva 2009 (Memento vom 30. Dezember 2010 im Internet Archive) (PDF; 6,3 MB)
cite-note-62. DopravnĂ podnik hlavnĂho mÄsta Prahy - VĂœroÄnĂ zprĂĄva 2011 (Memento vom 7. November 2012 im Internet Archive)
cite-note-73. Annual Report 2013 - dpp.cz (Memento vom 23. MĂ€rz 2015 im Internet Archive) (PDF)
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cite-note-iprpraha2019-1818. â MetropolitnĂ PlĂĄn Prahy. In: plan.app.iprpraha.cz. 2019, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 4. Februar 2019; abgerufen am 5. Dezember 2022 (tschechisch).
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cite-note-2828. â metropraha.eu (tschechisch); aufgerufen am 24. November 2015
cite-note-2929. â https://www.e15.cz/byznys/doprava-a-logistika/metro-o-mysticka-okruzni-linka-prahy-ziskava-prvni-ostre-rysy-1392553